Rückstand aufholen: Wenn der Schreibplan kippt
Wenn deine Bachelorarbeit hinter dem Zeitplan liegt, rechnest du das Tagespensum ab heute neu. Dazu teilst du die Wörter, die noch fehlen, durch die Schreibtage, die dir bis zur Abgabe bleiben. Fehlen nach der Hälfte der Schreibphase 2.000 Wörter, steigt das Pensum im Beispiel dieses Artikels von 667 auf 889 Wörter am Tag und damit um ein Drittel. Wolltest du dieselben 2.000 Wörter an einem einzigen Tag nachholen, müsstest du an diesem Tag 2.667 Wörter schreiben, also das Vierfache des gewohnten Pensums.
Ein Drittel mehr am Tag ist viel, lässt sich aber mit zwei kleinen Änderungen auffangen. Ein zusätzlicher Schreibtag pro Woche und ein Umfang an der unteren Grenze der Vorgabe bringen das Pensum im Beispiel sogar unter den ursprünglichen Wert. Ob du beim Umfang an die Untergrenze gehen kannst, hängt von deiner Prüfungsordnung und von deiner Betreuung ab. Eine Verlängerung der Bearbeitungszeit hilft dagegen nur selten, weil die Hochschulen dafür einen Grund verlangen, etwa eine Krankheit.
Wie groß dein Rückstand wirklich ist
Ob und wie weit du im Rückstand bist, zeigt erst der Vergleich mit dem Plan. Dafür brauchst du zwei Zahlen, nämlich die Wörter, die laut Plan bis heute stehen sollten, und die Wörter, die tatsächlich in der Datei stehen. Die Differenz ist dein Rückstand.
Als Beispiel dient die Bachelorarbeit aus dem Artikel Bachelorarbeit: Vom Zeitplan zum Tagespensum. Sie hat 12.000 Wörter, das sind etwa 40 Seiten, und für das Schreiben sind 18 Tage eingeplant. Daraus ergeben sich 667 Wörter je Schreibtag. Angenommen, diese Schreibtage liegen am Stück, von Montag bis Freitag in knapp vier Wochen. Nach neun Schreibtagen sollten dann 6.000 Wörter stehen, es sind aber erst 4.000.
Der Rückstand beträgt also 2.000 Wörter. Teilst du ihn durch das Pensum von 667 Wörtern, ergeben sich drei Schreibtage. Diese Umrechnung in Tage ist aussagekräftiger als die Wortzahl, weil sie zeigt, wie viel Kalender dir fehlt.
Zähl dabei nur Text, der in der Arbeit bleiben soll. Notizen und Exzerpte sind nötige Arbeit, sie gehören aber nicht in die Wortzahl der Rohfassung. Wer sie mitzählt, unterschätzt seinen Rückstand.
Warum ein einzelner Nachholtag selten funktioniert
Naheliegend ist der Plan, die fehlenden Wörter an einem langen Tag nachzuschreiben. Im Beispiel wären das die 667 Wörter für den Tag selbst und die 2.000 Wörter Rückstand, zusammen 2.667. Das ist das Vierfache dessen, was an den bisherigen Tagen schon nicht ganz geklappt hat.
Zum Vergleich hilft ein Blick auf Menschen, die beruflich schreiben. Literaturübersetzerinnen und Literaturübersetzer, die fast ihre ganze Arbeitszeit mit Übersetzen verbringen, kommen im Median umgerechnet auf 1.140 bis 1.365 Wörter je Arbeitstag, wie der Artikel Wie viele Wörter am Tag sind realistisch? herleitet. Ein Nachholtag mit 2.667 Wörtern läge also beim Doppelten dessen, was im Beruf an einem vollen Arbeitstag entsteht.
Auch eine kleine Studie spricht gegen lange Aufholsitzungen. Der Psychologe Robert Boice begleitete 16 neu berufene Hochschullehrende ein Jahr lang beim Schreiben, und zwar in ihrem zweiten Jahr an der Universität. Acht von ihnen schrieben in langen, gehetzten Sitzungen von zwei bis zwölf Stunden, die anderen acht meist höchstens eine Stunde am Tag. Die Gruppe mit den langen Sitzungen schrieb insgesamt deutlich weniger und bekam weniger Manuskripte zur Veröffentlichung angenommen. Auf einem Fragebogen zu depressiver Stimmung, dem Beck-Depressions-Inventar, lag sie häufiger im Bereich einer mindestens mäßigen Depressivität, schon vor dem Schreiben und vor allem ein bis zwei Tage nach einer langen Sitzung (Boice, Written Communication 1997).
Die Studie ist sehr klein und vergleicht nur zwei extreme Gruppen, die Boice selbst ausgewählt hat. Er nennt seine Beobachtungen auch ausdrücklich vorläufig.
Die Forscherin Helen Sword hat geprüft, worauf sich der verbreitete Rat zum täglichen Schreiben stützt. Wer ihn wissenschaftlich begründet, beruft sich fast immer auf Boice, und diese Grundlage hält sie für dünn (Sword, International Journal for Academic Development 2016). Gegen das tägliche Schreiben selbst wendet sie sich dabei ausdrücklich nicht. Als Beweis taugt Boices Studie also nicht. Sie passt aber zu der Rechnung oben, nach der ein einzelner Tag einen Rückstand von drei Schreibtagen kaum tragen kann.
Wie teuer es wird, wenn du den Rückstand spät bemerkst
Wann du den Rückstand bemerkst, entscheidet darüber, wie stark das Pensum steigen muss. Die folgende Tabelle nimmt an, dass du an jedem Schreibtag nur drei Viertel des Plans schaffst, also 500 statt 667 Wörter. Sie zeigt das Pensum, das für den Rest der Schreibphase nötig wird, wenn du nach einer bestimmten Zahl von Tagen gegensteuerst.
| Bemerkt nach | Rückstand | Nötiges Pensum für den Rest | Anstieg |
|---|---|---|---|
| 3 von 18 Schreibtagen | 500 Wörter | 700 Wörter | 5 Prozent |
| 6 von 18 Schreibtagen | 1.000 Wörter | 750 Wörter | 13 Prozent |
| 9 von 18 Schreibtagen | 1.500 Wörter | 833 Wörter | 25 Prozent |
| 12 von 18 Schreibtagen | 2.000 Wörter | 1.000 Wörter | 50 Prozent |
| 15 von 18 Schreibtagen | 2.500 Wörter | 1.500 Wörter | 125 Prozent |
Der Rückstand wächst mit jedem Tag um dieselben 167 Wörter. Das nötige Pensum steigt dagegen immer schneller, weil sich dieselbe Lücke auf immer weniger Tage verteilen muss. Nach drei Schreibtagen kostet die Korrektur fünf Prozent mehr Arbeit am Tag, nach fünfzehn mehr als das Doppelte.
Deshalb lohnt sich ein Abgleich mit dem Plan nach jedem dritten Schreibtag. In einem Schreibtracker oder auf einer einfachen Liste siehst du dann früh, ob deine Summe unter der Planlinie liegt. Wie Papier, Tabelle und App beim Aufzeichnen abschneiden, vergleicht der Artikel Schreibfortschritt tracken.
Was die einzelnen Hebel im Beispiel bringen
Zurück zum Beispiel mit 4.000 von 12.000 Wörtern nach neun Schreibtagen. Es fehlen 8.000 Wörter, und es bleiben neun Schreibtage, die sich auf knapp zwei Wochen verteilen. Die Tabelle zeigt, wie sich jede Änderung auf das Pensum auswirkt.
| Was du änderst | Offene Wörter | Schreibtage | Pensum je Tag | Gegenüber 667 Wörtern |
|---|---|---|---|---|
| nichts, Rückstand gleichmäßig verteilen | 8.000 | 9 | 889 | plus 33 Prozent |
| an den zwei Samstagen zusätzlich schreiben | 8.000 | 11 | 727 | plus 9 Prozent |
| Umfang an der Untergrenze, 10 Prozent weniger | 6.800 | 9 | 756 | plus 13 Prozent |
| Samstage und Untergrenze zusammen | 6.800 | 11 | 618 | minus 7 Prozent |
| eine Woche Verlängerung, falls genehmigt | 8.000 | 14 | 571 | minus 14 Prozent |
Die beiden kleinen Änderungen wirken zusammen stärker als jede für sich, weil sie an verschiedenen Stellen der Rechnung ansetzen. Die Samstage vergrößern die Zahl der Tage, und die Untergrenze verkleinert die Zahl der Wörter, die auf diese Tage verteilt werden. Zusammen senken sie das Pensum um rund ein Drittel, von 889 auf 618 Wörter.
Die Verlängerung senkt das Pensum in der Tabelle am stärksten. Sie steht dir aber nur offen, wenn deine Ordnung sie für deinen Fall vorsieht.
Eine weitere Möglichkeit fehlt in der Tabelle mit Absicht. Du könntest Tage aus der Korrekturphase in die Schreibphase verschieben. Wir raten davon ab, weil diese Tage am Ende fehlen, wenn Literaturverzeichnis, Formatierung und die letzte Durchsicht anstehen.
Was Prüfungsordnungen zur Verlängerung sagen
Die Verlängerung wirkt auf den ersten Blick wie der einfachste Ausweg. Die vier Hochschuldokumente, die wir dafür gelesen haben, binden sie aber an einen Grund, und wo sie eine Obergrenze nennen, ist diese knapp.
| Hochschule und Studiengang | Bearbeitungszeit | Verlängerung | Bei Krankheit | Rückgabe des Themas |
|---|---|---|---|---|
| Universität Heidelberg, Volkswirtschaftslehre | acht Wochen | kann in besonders begründeten Fällen einmal gewährt werden, insgesamt höchstens zehn Wochen | im Merkblatt nicht erwähnt | einmal, in den ersten zwei Wochen |
| FAU Erlangen-Nürnberg, Ökonomie | drei Monate | nur in begründeten Ausnahmefällen, um höchstens zwei Wochen | Bearbeitungszeit ruht für die Tage laut Attest | Themenwechsel einmal in den ersten zwei Wochen |
| Leuphana Universität Lüneburg | in der Anlage des jeweiligen Majors | im Merkblatt nur für Krankheit genannt | auf Antrag Verlängerung um die Zeit der Krankschreibung | einmal, in den ersten 14 Tagen |
| Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 1 | in der jeweiligen Prüfungsordnung | kann um die Zeit einer Verhinderung verlängert werden, die du nicht zu vertreten hast | im Merkblatt nicht erwähnt | einmal, im ersten Drittel der Bearbeitungszeit |
In allen vier Dokumenten braucht eine Verlängerung einen Grund. Krankheit ist in zwei davon ausdrücklich genannt, ein Rückstand aus der eigenen Planung in keinem. Wo eine Obergrenze genannt ist, sind es zwei zusätzliche Wochen. In Heidelberg darf die Bearbeitungszeit insgesamt höchstens zehn statt acht Wochen dauern, und an der FAU gilt die Grenze von zwei Wochen für Ausnahmefälle. Für eine Krankheit nennt die FAU keine Grenze, dort hält das Attest die Frist so lange an, wie es gilt. Frankfurt verweist für die Höchstdauer auf die jeweilige Prüfungsordnung.
In Heidelberg entscheidet der Prüfungsausschuss über den Antrag, und er muss spätestens acht Kalendertage vor Ablauf der regulären Bearbeitungszeit gestellt sein. Wie oft Prüfungsausschüsse eine Verlängerung genehmigen, dazu haben wir keine belastbaren Zahlen gefunden.
Wenn du während der Bearbeitungszeit krank wirst, brauchst du deshalb ein Attest. An der FAU ruht die Bearbeitungszeit für die Tage der Krankschreibung, und die Frist verlängert sich entsprechend. An der Leuphana kannst du beantragen, dass sich die Frist um die Zeit der Krankschreibung verlängert, und das Formular zur Prüfungsunfähigkeit muss dort unverzüglich eingereicht werden. Geh also zum Arzt und reich die Bescheinigung sofort ein, statt die Krankheitstage später mit mehr Wörtern auszugleichen.
Das Thema zurückzugeben oder zu wechseln, ist in allen vier Dokumenten nur einmal möglich und nur in den ersten zwei Wochen oder im ersten Drittel der Bearbeitungszeit. Das Heidelberger Merkblatt empfiehlt dringend, vor einer Rückgabe mit der Betreuung über die Probleme zu sprechen. Merkst du in dieser Zeit, dass dein Thema nicht trägt, ist das der richtige Zeitpunkt dafür.
Wer die Abgabefrist versäumt, hat in Heidelberg, an der FAU und in Frankfurt nicht bestanden. In Heidelberg gilt die Arbeit dann als „nicht ausreichend“, in Frankfurt gilt sogar das ganze Modul aus Arbeit und Kolloquium als nicht bestanden. Das Merkblatt der Leuphana nennt keine Folge. Eine spätere Abgabe kommt als Ausweg deshalb nicht in Betracht. An der FAU muss die Arbeit außerdem spätestens zum Ende des achten Fachsemesters abgegeben sein, also bis zum 30. September oder zum 31. März. Fällt dieser Termin nicht auf einen Werktag, rückt er auf den letzten Werktag davor.
Den Umfang mit der Betreuung klären
Der zweite große Hebel ist der Umfang. Manche Vorgaben haben eine Toleranz. Am Forschungsinstitut für Unternehmensführung, Logistik und Produktion der TU München etwa gilt für Bachelorarbeiten ein Umfang von 50 Seiten mit plus oder minus 10 Prozent. Gezählt wird der Textteil samt Grafiken, ohne Verzeichnisse und Anhang, und die Untergrenze liegt damit bei 45 Seiten (Formvorschriften der TUM). Bei 300 Wörtern je Seite liegen zwischen 50 und 45 Seiten 1.500 Wörter, und das sind im Beispiel gut zwei Schreibtage.
Die Untergrenze ist ein legitimes Ziel, solange deine Arbeit ihre Forschungsfrage vollständig beantwortet. Kürzen lässt sich am ehesten dort, wo ein Teil ohnehin zu breit geraten ist, etwa im Theorieteil oder bei Literatur, die für deine Frage nur am Rand zählt. Sprich die Kürzung mit deiner Betreuung ab, bevor du sie einplanst. In der Schreibphase ist dieses Gespräch leichter als kurz vor der Abgabe, weil dann noch Zeit bleibt, die Gewichtung der Kapitel zu ändern.
Nennt deine Ordnung keine Toleranz, hängt alles an dieser Absprache. Ein Umfang, der deutlich unter der Vorgabe liegt, kann die Note kosten, auch wenn die Arbeit sonst gut ist. Plane die Kürzung dann nur mit ausdrücklicher Zustimmung deiner Betreuung ein.
Weiterschreiben nach verlorenen Tagen
Wer ein paar Tage verloren hat, lässt leicht auch den nächsten verstreichen, weil das alte Pensum ohnehin nicht mehr erreichbar scheint. Zwei Studien geben Hinweise darauf, dass ein einzelner verlorener Tag weniger Folgen hat, als es sich in diesem Moment anfühlt, und dass es hilft, ihn sich nicht lange vorzuwerfen.
Phillippa Lally und ihr Team begleiteten 96 Freiwillige, die zwölf Wochen lang täglich eine neue Gewohnheit beim Essen, Trinken oder bei Bewegung einübten. In die Auswertung gingen 82 von ihnen ein. Ein einzelner ausgelassener Tag warf den Aufbau der Gewohnheit dabei kaum zurück. Wie automatisch ihnen die Handlung schon vorkam, schätzten die Teilnehmenden danach nur wenig niedriger ein, und der Wert stieg weiter, sobald sie die Handlung wieder ausführten (Lally u. a., European Journal of Social Psychology 2010). Diese Aussage beruht auf 140 ausgelassenen Tagen bei 55 Personen. Ob sie für das Schreiben einer Abschlussarbeit genauso gilt, zeigt die Studie nicht. Wann eine Serie von Schreibtagen hilft und wann sie Druck erzeugt, steht im Artikel über den Schreib-Streak.
Näher am Studium liegt eine Untersuchung von Michael Wohl, Timothy Pychyl und Shannon Bennett aus dem Jahr 2010. Sie befragten 119 Studierende im ersten Jahr aus einem einzigen Psychologie-Einführungskurs an der Carleton University, jeweils kurz vor den beiden Zwischenprüfungen des Kurses und einmal dazwischen. Wer sich stärker verziehen hatte, die Vorbereitung auf die erste Prüfung aufgeschoben zu haben, schob vor der zweiten Prüfung weniger auf. Das galt allerdings nur für diejenigen, die vor der ersten Prüfung viel aufgeschoben hatten (Wohl, Pychyl und Bennett, Personality and Individual Differences 2010). Mit der Note in der zweiten Prüfung hing die Selbstvergebung nur schwach zusammen. Aufschieben und Selbstvergebung haben die Studierenden selbst eingeschätzt, und die Studie zeigt einen Zusammenhang. Ob das Verzeihen das Aufschieben tatsächlich verringert hat, lässt sich daraus nicht ablesen.
Für die Praxis heißt das, nach einem verlorenen Tag sofort neu zu rechnen und am nächsten Schreibtag mit dem neuen Pensum anzufangen. In der neuen Rechnung stecken die verlorenen Tage nur noch als kleinere Zahl der übrigen Tage, und von dort aus zählt jeder geschriebene Tag wieder gegen den neuen Plan.
Wann das Neurechnen nicht reicht
Wenn du krank bist. Dann führt der Weg über das Attest und die Verlängerung aus der Tabelle oben. Gegen eine Krankheit mit einem höheren Pensum anzuschreiben, kostet dich die Tage, die dir nach der Ordnung zustehen.
Wenn die Datenerhebung stockt. Fehlen Interviews oder Messwerte, nützt ein höheres Pensum wenig, weil die Kapitel dazu noch nicht entstehen können. Schreib dann zuerst die Teile, die ohne Daten auskommen, etwa das Methodenkapitel und den Theorieteil, und sprich früh mit deiner Betreuung über einen Ausweg.
Wenn das neue Pensum beim Doppelten des alten liegt. Im Beispiel senken die beiden kleinen Hebel das Pensum um rund ein Drittel. Bei einem verdoppelten Pensum bleiben danach immer noch etwa 40 Prozent mehr als geplant. Dann gehört der Umfang auf den Tisch, und du solltest in deiner Ordnung nachlesen, was bei Nichtbestehen gilt. An der FAU, an der Leuphana und in Frankfurt kann eine nicht bestandene Bachelorarbeit einmal wiederholt werden, an der FAU und in Frankfurt mit einem neuen Thema.
In der Überarbeitung. Beim Kürzen und Umschreiben sinkt die Wortzahl, wenn du gut arbeitest. Für diese Phase taugt die Zeit am Schreibtisch als Maß besser, wie der Vergleich Wörter, Zeit oder Seiten erklärt.
Ab wann bin ich im Rückstand?
Sobald die Summe deiner Wörter unter der Planlinie liegt. Schon ein kleiner Abstand ist ein guter Anlass zum Neurechnen, weil die Korrektur dann am wenigsten kostet. Nach drei Schreibtagen kostet ein Rückstand von 500 Wörtern im Beispiel nur fünf Prozent mehr am Tag.
Zählt ein freies Wochenende als Rückstand?
Nur wenn du es als Schreibtage eingeplant hattest. Tage, die im Plan nicht vorkommen, verändern die Rechnung nicht. Wer aber am Wochenende aufholen wollte und es nicht getan hat, sollte die Rechnung danach neu aufsetzen.
Soll ich meiner Betreuung vom Rückstand erzählen?
Ja, sobald einer der Hebel die Betreuung betrifft, also der Umfang, das Thema oder die Datenerhebung. Für einen Rückstand, den du mit einem zusätzlichen Schreibtag auffängst, braucht es kein Gespräch. Das Heidelberger Merkblatt rät ausdrücklich, Probleme vor einer Rückgabe des Themas mit der Betreuung zu besprechen.
Was mache ich, wenn ich vor dem Plan liege?
Dann sinkt das Pensum für die übrigen Tage. Behalte trotzdem dein bisheriges Tempo bei, solange es dich nicht erschöpft. Jeder Tag Vorsprung kommt am Ende der Korrekturphase zugute, also dem Literaturverzeichnis, der Formatierung und der letzten Durchsicht.
Gilt das auch für eine Hausarbeit?
Die Rechnung gilt für jede Arbeit mit festem Abgabetermin. Bei einer Hausarbeit sind die Zahlen kleiner und die Schreibphase kürzer, deshalb wirkt ein verlorener Tag dort stärker. Bei 4.500 Wörtern auf sechs Schreibtage fehlen nach einem verlorenen Tag 750 Wörter, und das Pensum steigt auf 900 Wörter für die übrigen fünf Tage.
Was du jetzt machst
Schreib zwei Zahlen auf, nämlich die Wörter, die schon in deiner Arbeit stehen, und die Schreibtage, die dir bis zur Abgabe bleiben. Trag die fertigen Seiten und den Abgabetermin im Rechner zur Bachelorarbeit ein und stell den Anteil auf 100 Prozent, wenn du ab jetzt nur noch schreibst. Liegt das Ergebnis deutlich über deinem bisherigen Pensum, plane zuerst einen zusätzlichen Schreibtag pro Woche ein und sprich danach mit deiner Betreuung über den Umfang.
Wie aus einem Tagespensum eine Gewohnheit wird, steht im 30-Tage-Plan für eine Schreibroutine. Für Schreibprojekte ohne Prüfungsordnung gibt es den allgemeinen Schreibziel-Rechner.