Bachelorarbeit: Vom Zeitplan zum Tagespensum

Wie viele Wörter am Tag braucht eine Bachelorarbeit? Bei 40 Seiten und neun Wochen sind es rund 670 je Schreibtag, der Rechner ermittelt deinen Wert.
Ein Methodenlehrbuch mit rotem Einband liegt auf einem hellen Schreibtisch neben einem Spiralblock mit handschriftlichen Notizen, unten im Bild ein gelber Textmarker
Foto: Yen Vu auf Unsplash

Für eine Bachelorarbeit mit 40 Seiten brauchst du an jedem Schreibtag rund 670 Wörter, wenn du neun Wochen Zeit hast und von Montag bis Freitag daran arbeitest. Die 40 Seiten entsprechen etwa 12.000 Wörtern. Von den 45 Werktagen bleiben nach den verbreiteten Zeitplänen ungefähr 18 für das eigentliche Schreiben, weil Themenfindung, Recherche und Korrektur den Rest beanspruchen. Rechnest du einen Puffer für Tage ein, an denen nichts entsteht, steigt das Pensum auf rund 1.200 Wörter.

Die gängigen Zeitpläne teilen die Bearbeitungszeit in Phasen und Wochen ein. Wie viel du an einem einzelnen Tag schreiben musst, steht in keinem von ihnen. Der Rechner macht aus deinem Abgabetermin, dem Umfang und deinen Arbeitstagen genau diese Zahl.

An welchen Tagen arbeitest du an der Arbeit?

Welche Zahlen in deiner Prüfungsordnung stehen

Für das Pensum brauchst du zwei Angaben aus den Unterlagen deiner Hochschule, nämlich die Bearbeitungszeit und den geforderten Umfang. Beide stehen in der Prüfungsordnung oder im Merkblatt deines Instituts. Wie weit sie auseinanderliegen, zeigen fünf veröffentlichte Beispiele.

Bearbeitungszeit und Umfang in fünf veröffentlichten Ordnungen und Leitfäden, abgerufen im Oktober 2026
Hochschule und FachBearbeitungszeitUmfang
Universität Hamburg, BWLneun Wochenmit den Betreuenden abzusprechen
Hochschule Bochum, Campus Velbert/Heiligenhaussechs bis neun Wochenüblich 50 bis 60 Seiten
Leibniz Universität Hannover, Sonderpädagogikzwei Monate, bei experimentellen oder empirischen Arbeiten bis zu drei40 bis 60 Seiten
TU München, Unternehmensführung, Logistik und Produktionkeine Angabe im Dokument50 Seiten, plus oder minus 10 Prozent
Universität Stuttgart, ABWL und Finanzwirtschaftkeine Angabe im Dokument30 bis 40 Seiten

Beim Umfang reicht die Spanne von 30 bis 60 Seiten. Mit 300 Wörtern je Seite sind das 9.000 bis 18.000 Wörter, am oberen Ende also doppelt so viel wie am unteren. Wer ohne Blick in die eigene Ordnung mit einem Mittelwert plant, kann sich deshalb um ein Drittel oder mehr verschätzen.

Bei der Bearbeitungszeit liegen die Beispiele näher beieinander. Wo die Unterlagen sie nennen, liegt sie bei sechs bis neun Wochen oder zwei Monaten. Für Arbeiten, bei denen du selbst Daten erhebst, kann es mehr Zeit geben. In der Sonderpädagogik in Hannover sind dann bis zu drei Monate möglich.

Was die Leistungspunkte an Arbeitszeit vorsehen

Neben Umfang und Bearbeitungszeit nennt dein Modulhandbuch die Leistungspunkte der Bachelorarbeit. Leistungspunkte, auch ECTS-Punkte genannt, geben an, wie viel Arbeitszeit ein Modul vorsieht. Nach § 8 der Musterrechtsverordnung der Kultusministerkonferenz steht ein Punkt für 25 bis höchstens 30 Stunden Arbeit, und eine Bachelorarbeit umfasst 6 bis 12 Punkte. Nach dieser Musterverordnung richten die Länder ihre Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen aus.

Aus den Punkten lässt sich die tägliche Arbeitszeit ausrechnen. Du multiplizierst die Punkte deiner Arbeit mit 25 bis 30 Stunden und teilst das Ergebnis durch die Werktage deiner Bearbeitungszeit, bei neun Wochen also durch 45.

Tägliche Arbeitszeit nach Leistungspunkten, gerechnet mit 25 bis 30 Stunden je Punkt und 45 Werktagen
LeistungspunkteStunden insgesamtStunden je Werktag bei neun Wochen
6150 bis 1803,3 bis 4,0
8200 bis 2404,4 bis 5,3
10250 bis 3005,6 bis 6,7
12300 bis 3606,7 bis 8,0

Eine Arbeit mit 12 Leistungspunkten entspricht damit einer Vollzeitstelle, eine mit 6 Punkten einer halben. Wer nebenher 20 Stunden in der Woche jobbt und eine Arbeit mit 12 Punkten in neun Wochen schreiben soll, sollte diese Zahl früh mit dem eigenen Kalender vergleichen.

Eine solche Arbeit mit 12 Punkten in neun Wochen gibt es zum Beispiel in Hamburg. Die Bachelorarbeit in BWL bringt dort laut Modulhandbuch 12 Punkte, und das Handbuch rechnet dafür mit 360 Stunden Selbststudium in neun Wochen. Auf 45 Werktage verteilt sind das 8 Stunden am Tag.

Der Ratgeber von 1a-studi kommt auf eine ähnliche Größenordnung. Er schätzt den Aufwand auf bis zu 170 Arbeitsstunden und rät bei einem Zwölf-Wochen-Plan zu etwa drei Stunden je Arbeitstag, bei neun Wochen zu etwa vier. Das passt zu einer Arbeit mit 6 Leistungspunkten am unteren Rand der Verordnung.

Wie viele Wörter auf eine Seite passen

Vier der fünf Beispiele oben geben den Umfang in Seiten an, das Pensum zählst du aber besser in Wörtern. Veröffentlichte Werte für die Umrechnung haben wir nicht gefunden und deshalb selbst nachgezählt. Wir haben Fließtext in das Format gesetzt, das die Leitfäden der TU München und der Universität Stuttgart vorschreiben, und dann die Wörter auf jeder Seite gezählt. Beide verlangen Arial in 12 Punkt, eineinhalbzeiligen Abstand und Blocksatz.

Eine vollständig gefüllte Seite im vorgeschriebenen Format, Zeichen mit Leerzeichen gezählt
Was auf der Seite stehtZeilen je SeiteZeichen je SeiteWörter je Seite
Fachtext, Ränder nach Stuttgart342.670344
Fachtext, Ränder nach TU München342.606336
Romanprosa, Ränder nach Stuttgart342.710436

Eine voll beschriebene Seite Fachtext fasst also 336 bis 344 Wörter und rund 2.600 bis 2.700 Zeichen. Das sind knapp 1,8 Normseiten, denn eine Normseite hat 1.500 Zeichen.

Romanprosa passt deutlich dichter auf dieselbe Seite, mit rund 90 Wörtern mehr. Der Grund ist die Wortlänge. Im gemessenen Fachtext hatte ein Wort im Mittel 7,75 Zeichen, in der Romanprosa 6,22, weil Fachdeutsch viele zusammengesetzte Wörter enthält. Für gedruckte Bücher in verschiedenen Formaten stehen eigene Werte im Artikel über Wörter pro Seite.

Gemessen haben wir vollständig gefüllte Seiten. In einer echten Arbeit nehmen Überschriften, Abbildungen, Tabellen und Absatzabstände Platz weg, deshalb liegt ihr Durchschnitt niedriger. Scribbr nennt als Durchschnitt für eine Bachelorarbeit etwa 10.500 Wörter und an anderer Stelle 30 bis 40 Seiten. Zusammengenommen wären das 263 bis 350 Wörter je Seite. Der Rechner nimmt deshalb 300 Wörter je Seite als Startwert.

Wenn der Umfang in Zeichen vorgegeben ist

Manche Ordnungen nennen statt Seiten eine Zeichenzahl. Mit der gemessenen Wortlänge von 7,75 Zeichen lässt sich auch diese Vorgabe in Wörter und Seiten umrechnen, wobei die Leerzeichen mitgezählt sind.

Zeichen mit Leerzeichen, umgerechnet mit 7,75 Zeichen je Wort
Vorgabe in ZeichenWörterSeiten bei 300 Wörtern je Seite
60.0007.70026
80.00010.30034
100.00012.90043
120.00015.50052

Ist die Vorgabe ohne Leerzeichen gemeint, kommen auf ein Wort nur 6,75 Zeichen. Jede Zahl in der zweiten Spalte steigt dann um etwa 15 Prozent. Welche Zählweise gilt, legt deine Hochschule fest. Word und LibreOffice zeigen in ihrer Statistik beide Werte an.

Warum nur ein Teil der Bearbeitungszeit zum Schreiben bleibt

Von der Bearbeitungszeit geht viel Zeit für Arbeit ab, bei der kaum Text entsteht. Dazu gehören die Eingrenzung des Themas, die Literatursuche, die Auswertung und am Ende die Korrektur. Zwei verbreitete Zeitpläne teilen die Phasen so ein.

Dieselbe Arbeit in zwei veröffentlichten Phasenplänen
PhaseScribbr1a-studi, Zwölf-Wochen-Plan
Orientierung und Planung2 bis 3 WochenWoche 1 bis 2
Recherche und Material3 bis 4 WochenWoche 3
Schreiben2 bis 4 WochenWoche 4 bis 9
Überarbeitung, Korrektur und Abgabe1 bis 2 WochenWoche 10 bis 12

Bei Scribbr dauert die ganze Arbeit 8 bis 13 Wochen, und 2 bis 4 Wochen davon entfallen auf das Schreiben. Je nachdem, welche Werte man kombiniert, sind das 15 bis 50 Prozent der Zeit. Bei 1a-studi liegt das Schreiben in den Wochen 4 bis 9 und damit in der Hälfte der Zeit. In diese Wochen fallen dort aber auch Methodik und Empirie. Der Rechner setzt 40 Prozent an. Dieser Wert liegt in der Spanne von Scribbr und etwas unter dem Anteil bei 1a-studi, weil dort nicht jede Schreibwoche nur dem Schreiben gehört.

Für das Beispiel aus dem ersten Absatz sieht die Rechnung so aus.

  1. Neun Wochen von Montag bis Freitag ergeben 45 Werktage.

  2. 40 Prozent davon sind 18 Schreibtage.

  3. 12.000 Wörter geteilt durch 18 Tage ergeben 667 Wörter je Schreibtag, etwa 2,2 Seiten.

Zum Vergleich hilft ein Blick auf Menschen, die beruflich schreiben. Aus einer Umfrage unter Literaturübersetzerinnen und Literaturübersetzern ergeben sich bei Vollzeit umgerechnet 1.145 bis 1.375 Wörter je Arbeitstag, wie der Artikel Wie viele Wörter am Tag sind realistisch? herleitet. Eine Bachelorarbeit verlangt an einem Schreibtag also etwa die Hälfte davon.

Zwei Beispiele

Bachelorarbeit mit 50 Seiten, zwölf Wochen Zeit, Nebenjob. Wer an vier Tagen in der Woche an der Arbeit sitzt, kommt in zwölf Wochen auf 48 Werktage. Mit 40 Prozent davon bleiben 19 Schreibtage für 15.000 Wörter. Das sind 790 Wörter am Tag oder 2,6 Seiten. Mit Puffer bleiben 11 verlässliche Tage, und das Pensum steigt auf 1.364 Wörter. Dieser Wert liegt am oberen Rand dessen, was Übersetzerinnen und Übersetzer im Beruf an einem Arbeitstag schaffen. Wer ihn sieht, sollte früher anfangen oder mit der Betreuung über den Umfang sprechen.

Hausarbeit mit 15 Seiten in drei Wochen, nur am Wochenende. Drei Wochen mit Samstag und Sonntag ergeben sechs Arbeitstage. Die Recherche ist bei einer Hausarbeit oft schon im Seminar erledigt, deshalb steht der Anteil hier auf 100 Prozent. 4.500 Wörter auf sechs Tage sind 750 Wörter täglich, mit Puffer 1.500 auf drei Tagen. Fällt ein ganzes Wochenende aus, bleiben vier Tage, und das Pensum steigt auf 1.125 Wörter.

Was ein verlorener Tag kostet

Die Rechnung oben setzt voraus, dass alle 18 Schreibtage tatsächlich stattfinden. Wie unsicher diese Annahme ist, zeigt eine Studie von Roger Buehler, Dale Griffin und Michael Ross aus dem Jahr 1994. Sie befragten 37 Psychologiestudierende der University of Waterloo im letzten Semester ihrer Abschlussarbeit, wann sie damit fertig sein würden. Im Mittel rechneten die Studierenden mit 33,9 Tagen ab der Befragung, tatsächlich brauchten sie 55,5 Tage. Nur 29,7 Prozent wurden bis zu dem Termin fertig, den sie selbst genannt hatten (Buehler, Griffin und Ross, Journal of Personality and Social Psychology, 1994).

Teilt man 33,9 durch 55,5, ergibt sich 0,61. Der Rechner nimmt deshalb an, dass nur 60 Prozent der geplanten Schreibtage verlässlich sind. Im Beispiel werden aus 18 Tagen 10, und das Pensum steigt von 667 auf 1.200 Wörter. Damit liegt es im Bereich dessen, was Übersetzerinnen und Übersetzer im Beruf an einem Arbeitstag schaffen.

Die Studie ist klein und stammt von einer einzigen Universität, sie ist also kein Beweis für jeden Fall. Sie betrifft aber genau die Aufgabe, um die es hier geht, und taugt deshalb als Korrekturwert für die eigene Planung.

Wie schnell das Pensum mit jedem ausgefallenen Tag steigt, zeigt die Reihe für das Beispiel.

12.000 Wörter auf 18 geplante Schreibtage, wenn Tage wegfallen
Ausgefallene SchreibtageNötiges PensumAnstieg
keiner667 WörterAusgangswert
1706 Wörter6 Prozent
3800 Wörter20 Prozent
5923 Wörter38 Prozent
81.200 Wörter80 Prozent

Ein oder zwei ausgefallene Tage verändern das Pensum kaum. Fallen acht von 18 Tagen aus, ist es fast doppelt so hoch wie geplant. Der Rechner zeigt deshalb unter dem Ergebnis an, wie hoch das Pensum nach einem einzigen verlorenen Tag wäre.

Nach drei Schreibtagen eigene Werte einsetzen

Die 300 Wörter je Seite und der Schreibanteil von 40 Prozent sind Startwerte aus fremden Daten. Sobald du drei Tage geschrieben hast, kannst du sie durch eigene Werte ersetzen.

Notiere an diesen Tagen, wie viele Wörter du geschrieben hast und wie lange du am Schreibtisch gesessen hast. Der Mittelwert zeigt dir, ob der Termin hält. Wer an drei Tagen im Schnitt 450 Wörter schafft, braucht für 12.000 Wörter 27 Schreibtage statt der geplanten 18. Merkst du das in der zweiten Woche, kannst du noch einen Arbeitstag pro Woche hinzunehmen oder mit deiner Betreuung sprechen.

Mit der Seitenzahl geht es genauso. Wenn die ersten zehn Seiten im vorgeschriebenen Format stehen, zählst du die Wörter darauf und trägst deinen Wert statt der 300 in den Rechner ein. Damit fällt die größte Unsicherheit der ganzen Rechnung weg.

Welche Größe du dabei aufschreibst, hängt von der Phase ab. In der Rohfassung eignen sich Wörter am besten, in der Überarbeitung eher die Zeit. Der Vergleich Wörter, Zeit oder Seiten geht die Fälle einzeln durch, und der Artikel über den Schreibtracker erklärt, was du aus deinen Aufzeichnungen ablesen kannst. Für Schreibprojekte ohne Seitenvorgabe gibt es den allgemeinen Schreibziel-Rechner.

Zwischentermine und eine zurückgezogene Studie

Beide Zeitpläne oben arbeiten mit Zwischenterminen, die du dir selbst setzt, und viele Ratgeber zu Abschlussarbeiten empfehlen sie. Als wissenschaftlicher Beleg dafür wird oft eine Studie von Dan Ariely und Klaus Wertenbroch aus dem Jahr 2002 zitiert, erschienen in der Zeitschrift Psychological Science.

Die Zeitschrift hat diese Arbeit am 2. September 2026 zurückgezogen. Die Rückzugsnotiz nennt drei Gründe. Eine Replikation hatte bei der Begutachtung Einzelheiten ans Licht gebracht, das Vertrauen in die zugrunde liegenden Datensätze fehlt, und eine Untersuchung des Blogs Data Colada stellt die Echtheit der Daten infrage. Die Zeitschrift könne deshalb nicht mehr für die Verlässlichkeit der Ergebnisse einstehen, und beide Autoren stimmen dem Rückzug zu (Retraction Notice, Psychological Science 37, 2026).

Selbst gesetzte Zwischentermine können trotzdem helfen, doch ihr bekanntester Beleg ist weggefallen. Eine Planung, deren Rechnung du selbst nachprüfen kannst, ist deshalb die sicherere Grundlage.

Wann die Rechnung nicht gilt

  1. Bei empirischen Arbeiten. Eine Datenerhebung lässt sich nicht in Wörtern planen. Das Merkblatt aus Hannover sieht dafür bis zu einen Monat mehr Bearbeitungszeit vor, und diese Zeit gehört nicht in die Schreibphase.

  2. In der Überarbeitung. Dort sinkt die Wortzahl, wenn du gut arbeitest. Erfasse diese Phase getrennt, sonst sieht dein Schreibfortschritt wie ein Rückschritt aus.

  3. Bei Arbeiten mit vielen Formeln, Abbildungen oder Code. Eine Seite enthält dann deutlich weniger Fließtext als die gemessenen 336 Wörter, und die Umrechnung von Seiten in Wörter taugt nicht mehr.

  4. Wenn du vor der Anmeldung anfängst. Die Bearbeitungszeit läuft erst ab der Ausgabe des Themas. Was du vorher an Recherche und Gliederung erledigst, verkürzt die Phasen danach, und dir bleibt mehr Schreibzeit, als der Rechner annimmt.

Wie oft eine Verlängerung der Bearbeitungszeit beantragt und genehmigt wird, dazu haben wir keine belastbaren Zahlen gefunden. Die Bedingungen dafür stehen in der Prüfungsordnung und unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule.

Wie viele Seiten sind 10.000 Wörter?

Mit dem Planungswert von 300 Wörtern je Seite sind das etwa 33 Seiten. Auf vollständig gefüllten Seiten mit 336 Wörtern wären es 30. Die drei Seiten Unterschied entsprechen ungefähr dem Platz, den Überschriften und Abbildungen in einer echten Arbeit brauchen.

Zählen Literaturverzeichnis und Anhang zum Umfang?

In den beiden Leitfäden, deren Format wir nachgemessen haben, zählen sie nicht. Die TU München rechnet Verzeichnisse und Anhang ausdrücklich nicht zum Seitenumfang, und Stuttgart nennt den Umfang für den „Fließtext ohne Gliederung, Anhang usw.“. Verbindlich ist aber nur, was in deiner eigenen Ordnung steht.

Soll ich Zeichen mit oder ohne Leerzeichen zählen?

Zähle mit Leerzeichen, solange deine Ordnung nichts anderes sagt. So zählt auch die Normseite, und so sind die Werte in diesem Artikel entstanden. Der Unterschied ist groß genug, um eine Planung zu verschieben, denn im Fachtext kommt auf jedes Wort ein Leerzeichen, also rund ein Achtel aller Zeichen.

Mein Text liegt schon über dem erlaubten Umfang. Was nun?

Plane das Kürzen als eigene Arbeitsphase mit eigenem Zeitbudget und zähle diese Tage nicht als Schreibtage. Bei einer Grenze mit Toleranz, etwa 50 Seiten plus oder minus 10 Prozent, hast du immerhin fünf Seiten Spielraum.

Was mache ich, wenn das Pensum unrealistisch hoch herauskommt?

Am wirksamsten ist ein zusätzlicher Arbeitstag pro Woche. Danach kommen ein früherer Schreibbeginn auf Kosten der Recherchephase und ein Gespräch mit deiner Betreuung über den Umfang. Schneller zu schreiben ist die vierte Möglichkeit und die unzuverlässigste.

Gilt die Rechnung auch für eine Masterarbeit?

Das Verfahren gilt für beide Arbeiten, nur die Zahlen sind andere. Stuttgart sieht für Masterarbeiten 50 bis 70 Seiten vor, mit 300 Wörtern je Seite also 15.000 bis 21.000 Wörter. An der TU München sind es 70 Seiten mit 10 Prozent Spielraum. Die Bearbeitungszeit steht in deiner Prüfungsordnung. Trag beides oben ein, dann rechnet der Rechner mit deinen Werten.

Was du damit machst

Such die drei Zahlen aus deiner Ordnung heraus, also Bearbeitungszeit, Umfang und Leistungspunkte. Trag Umfang und Abgabetermin oben ein und sieh dir die Zeile mit dem Puffer an. Kommt dir der Wert zu hoch vor, hast du jetzt noch Zeit, einen Arbeitstag pro Woche hinzuzunehmen oder mit deiner Betreuung über den Umfang zu sprechen.

Weitere Rechnungen und Kennzahlen sammeln wir unter Wortziele & Kennzahlen, die Studienlage dazu unter Daten & Studien. Wie aus einem Tagespensum eine Gewohnheit wird, steht im 30-Tage-Plan für eine Schreibroutine.

Teilen