Autorensoftware 2026: Vergleich mit Tabelle
Für einen Roman mit vielen Kapiteln ist Scrivener die Autorensoftware mit dem besten Verhältnis von Preis und Funktionen, denn es kostet im Mac App Store einmalig 69,99 Euro und rechnet aus Abgabetermin und Wortziel selbst aus, wie viel du an jedem Schreibtag schaffen musst. Wer auf Deutsch schreibt und eine gründliche Rechtschreib- und Stilprüfung im Programm haben will, bekommt sie bei Papyrus 12 für 349 Euro. Wer nur Apple-Geräte nutzt und lieber ein Abo zahlt, ist mit Ulysses für 39,99 Euro im Jahr gut bedient. Für den Anfang reichen aber auch kostenlose Programme wie LibreOffice, Word im Browser oder bibisco.
Wir haben zwölf Programme verglichen, die in deutschen Ratgebern immer wieder als Autorensoftware genannt werden. Dabei kam heraus, dass nur drei von ihnen aus Gesamtlänge und Termin selbst ein Tagespensum ausrechnen, nämlich Scrivener, Ulysses und Atticus. Bei zwei weiteren gibt es Ziele oder eine Fortschrittsanzeige nur in der kostenpflichtigen Fassung. Die Tabellen weiter unten zeigen für alle zwölf den Preis, die Plattformen, die Ziele und die Kosten über fünf Jahre, mit Angaben, die wir am 23. Oktober 2026 bei den Herstellern nachgesehen haben.
Die zwölf Programme auf einen Blick
In den Vergleich kamen zwölf Programme. Fünf sind Autorensoftware im engeren Sinn, also Programme, die ein Buch in Kapitel und Szenen zerlegen und Platz für Figuren, Orte und Plot bieten. Drei sind Textverarbeitungen, die viele Autorinnen und Autoren trotzdem für ganze Romane nutzen. Dazu kommen zwei kostenlose Programme aus kleinen unabhängigen Projekten, ein Drehbuch- und Romanprogramm und ein englischsprachiges Programm, das Schreiben und Buchsatz verbindet. Die Spalte „Wortziele“ beschreibt, ob du im Programm eine Zielmenge an Wörtern hinterlegen kannst, die es dann mitverfolgt.
| Programm | Preis | Plattformen | Wortziele | Export nach Word |
|---|---|---|---|---|
| Papyrus 12 | 349 Euro einmalig, Upgrade 149 Euro | Windows, Mac | Ziel pro Sitzung | ja |
| Scrivener 3 | 69,99 Euro einmalig im Mac App Store, Windows getrennt | Mac, Windows, iPhone, iPad | Projekt und Sitzung, mit Termin | ja |
| Ulysses | 39,99 Euro im Jahr oder 199,99 Euro einmalig | Mac, iPhone, iPad | ja, mit Termin | ja |
| Atticus | 147 Dollar einmalig | Windows, Mac, Linux, Chromebook, Browser | ja, mit Termin | ja |
| DramaQueen | FREE kostenlos, PLUS 99 Euro, PRO 297 Euro | Windows, Mac | Fortschritt nur in PLUS und PRO | ja |
| bibisco | Community kostenlos, Supporters 69 Dollar | Windows, Mac, Linux | nur Supporters | ja |
| Manuskript | kostenlos | Windows, Linux | Ziel im Ablenkungsfrei-Modus | siehe Text |
| yWriter | kostenlos | Windows, dazu Mac, Android, iOS | nicht beschrieben | siehe Text |
| Microsoft Word | im Browser kostenlos, Microsoft 365 Single 99 Euro im Jahr | Windows, Mac, Browser, Mobilgeräte | nein, nur Zählung | ja |
| LibreOffice Writer | kostenlos | Windows, Mac, Linux | nein, nur Zählung | ja |
| Google Docs | kostenlos | Browser, Android, iPhone, iPad | nein, nur Zählung | ja |
| Patchwork | eingestellt | Windows | entfällt | entfällt |
Patchwork steht nur noch in der Liste, weil es in vielen Vergleichen weiterhin auftaucht. Nach einem Bericht von mnbooks.de vom 13. August 2025 wurden das Programm und der Support endgültig beendet, nachdem der Erfinder Martin Othmar Danesch im April 2024 gestorben war. Bereits gekaufte Versionen laufen weiter, Fehlerbehebungen gibt es aber keine mehr. Die Herstellerseite selbst konnten wir nicht abrufen, sie sperrt automatische Zugriffe.
Wann eine Textverarbeitung reicht und wann nicht
Eine Textverarbeitung wie Word behandelt dein Buch als ein einziges langes Dokument. Das funktioniert, solange du von vorn nach hinten schreibst. Schwierig wird es, wenn du eine Szene aus Kapitel 3 nach Kapitel 11 schieben willst, wenn du zu jeder Figur Notizen brauchst oder wenn das Manuskript 400 Seiten erreicht und das Scrollen zur Suche wird. Für Hausarbeiten, Sachtexte mit klarer Gliederung und kürzere Romane ist eine Textverarbeitung trotzdem oft die vernünftigere Wahl, weil Verlage und Lektorate fast immer eine Word-Datei erwarten.
Autorensoftware teilt das Manuskript dagegen in einzelne Bausteine. Bei Scrivener heißen sie Dokumente, bei Papyrus Kapitel und Szenen, bei bibisco ebenfalls Kapitel und Szenen. Du kannst sie verschieben, einzeln bearbeiten und mit Notizen versehen, und erst beim Export entsteht daraus wieder ein durchgehender Text. Dazu kommen Werkzeuge für die Planung, etwa Pinnwände mit Karteikarten, Figurenbögen und Zeitleisten.
Der Preis für diese Ordnung ist, dass dein Text in einem Format liegt, das nur das jeweilige Programm vollständig versteht. Darauf kommen wir weiter unten zurück, denn genau hier entscheidet sich, wie leicht du später wechseln kannst. Wer noch nie einen Roman beendet hat, verliert mit einer Textverarbeitung wenig. Wer mehrere Handlungsstränge, Zeitebenen oder eine Serie plant, gewinnt mit Autorensoftware viel Übersicht.
Papyrus 12 prüft deutsche Texte am gründlichsten
Papyrus ist ein deutsches Autorenprogramm und hieß bis zur aktuellen Version Papyrus Autor. Die neue Fassung Papyrus 12 kostet laut Preisseite 349 Euro als Einmalzahlung, ohne Abo. Wer schon Papyrus Autor besitzt, zahlt für das Upgrade 149 Euro. Schüler, Studierende und Auszubildende bekommen die Education-Fassung für 279 Euro. Eine Lizenz gilt für bis zu drei eigene Geräte und umfasst die Versionen für Windows und macOS. Für Linux, iPad oder Android gibt es keine Fassung.
Der Hauptgrund für Papyrus ist die Korrektur. Die Startseite nennt den Duden Korrektor in der Edition 2025, der Kommasetzung, Grammatik und Modewörter prüft, dazu einen erweiterten Thesaurus. Dazu kommen eine Stilanalyse und eine Lesbarkeitsstatistik, die für jedes Kapitel einzeln angezeigt wird. Für die Planung bietet Papyrus Denkbretter mit Figurenkarten und Storykarten.
Für Leute, die bei Verlagen einreichen, ist außerdem der Export wichtig. Laut der Seite zum Veröffentlichen erzeugt Papyrus mit einem Klick Normseiten, also das Seitenformat, in dem viele deutsche Verlage und Agenturen Manuskripte erwarten. Es erstellt auch E-Books im Format ePub und druckfertige PDF-Dateien, und die Startseite erwähnt einen verbesserten Export nach Word.
Bei den Zielen ist Papyrus zurückhaltender als Scrivener. Auf der Seite zum Schreiben heißt es, du legst fest, wie viel du pro Sitzung schaffen möchtest, und das Programm zählt deinen Fortschritt. Ein Abgabetermin, aus dem Papyrus ein Tagespensum errechnet, wird dort nicht beschrieben. Eine kostenlose Testfassung nennt die Preisseite ebenfalls nicht.
Scrivener bietet viel Struktur für einen einmaligen Preis
Scrivener ist eines der bekanntesten Programme für lange Texte und in fast jedem Vergleich vertreten. Im deutschen Mac App Store kostet Scrivener 3 einmalig 69,99 Euro, die aktuelle Version 3.5.2 stammt vom 19. Dezember 2025 und verlangt macOS 11. Die Oberfläche gibt es auch auf Deutsch. Der Hersteller Literature & Latte bietet außerdem einen eigenen Shop und eine Testfassung für Mac und Windows an, die nach 30 Nutzungstagen endet. Wer nur an zwei Tagen pro Woche schreibt, kann sie also gut fünfzehn Wochen lang ausprobieren.
Bei den Preisen ist mir beim Vorbereiten dieses Artikels etwas aufgefallen. In den drei deutschen Vergleichen, die ich vorher gelesen habe, kostete Scrivener 53 oder 69,99 Euro und Papyrus 179 oder 349 Euro, und nur einer nannte das Datum, an dem er die Preise nachgesehen hatte. Der Hersteller selbst nennt auf einer Seite zum Lizenzmodell je 59,99 Dollar für Mac und Windows und 23,99 Dollar für iPhone und iPad. Jede Plattform braucht eine eigene Lizenz, die zweite Fassung für den Rechner gibt es aber mit Rabatt für 37,95 Dollar. Für alle drei kommen so nach dieser Seite 121,93 Dollar zusammen. Im deutschen App Store kostet die Fassung für iPhone und iPad 24,99 Euro. Den Euro-Preis für Windows zeigte die Shopseite des Herstellers bei unserem Abruf nicht an.
Bei den Zielen ist Scrivener das gründlichste Programm im Vergleich. Du gibst eine Gesamtlänge und einen Abgabetermin ein, und Scrivener errechnet daraus das Ziel für jede Schreibsitzung. Wenn du nur an bestimmten Wochentagen schreibst, berücksichtigt es das, und wenn du einen Tag ausfallen lässt, verteilt es den Rest neu. So beschreibt es der Hersteller im Blogbeitrag zu Scrivener 3. Scrivener führt außerdem einen Schreibverlauf mit den Wörtern jedes Tages, den du als CSV-Datei für eine Tabelle exportieren kannst.
Zwei Schwächen solltest du kennen. Die Fassung für iPhone und iPad steht laut Versionshinweisen seit Version 1.2.4 vom September 2023 still, und der Abgleich mit dem Rechner läuft dort über Dropbox. Außerdem empfiehlt der Hersteller in seiner Wissensdatenbank, ein Projekt immer nur auf einem Gerät gleichzeitig zu öffnen. Wer zwischen Laptop und Desktop wechselt, muss also darauf achten, das Projekt vorher zu schließen.
Ulysses rechnet Termine in Tagesziele um, aber nur auf Apple-Geräten
Ulysses ist ein schlichtes Schreibprogramm mit wenig Bedienelementen. Es läuft auf Mac, iPhone und iPad und gleicht über iCloud ab. Laut App Store kostet es 5,99 Euro im Monat oder 39,99 Euro im Jahr, für Studierende laut Übersicht der Abo-Optionen 11,99 Euro für sechs Monate. Als Dauerlizenz kostet es 199,99 Euro. Die aktuelle Version verlangt macOS 15.4 und auf iPhone und iPad iOS 26.
Bei den Zielen steht Ulysses gleichauf mit Scrivener. Laut Ulysses-Hilfe kann ein Ziel ein Mindestwert, ein Höchstwert oder ein ungefährer Wert sein. Mit einer Deadline rechnet Ulysses aus, wie viel du an jedem Tag schreiben musst, und Wochentage, an denen du nicht schreibst, nimmst du für alle Ziele heraus. Die Sitzungen landen in einem Verlauf, den du als CSV-Datei exportieren kannst.
Werkzeuge für die Romanplanung wie Figurenbögen oder Zeitleisten beschreibt die Hilfe nicht, darin bleibt Ulysses hinter Scrivener und Papyrus zurück. Exportieren kannst du laut Hilfe zum Export als reinen Text, Rich Text, Word-Datei, HTML, ePub und PDF. Für Windows und Android gibt es keine Fassung. Mehr zu Ulysses auf dem Telefon steht in unserem Vergleich Schreib-Apps fürs iPhone.
Atticus, DramaQueen und bibisco decken jeweils eine Nische ab
Atticus verbindet ein einfaches Schreibprogramm mit Buchsatz. Du schreibst dein Buch dort und erzeugst daraus E-Books und Druckvorlagen, ohne ein zweites Programm zu brauchen. Laut Herstellerseite kostet es einmalig 147 Dollar, alle künftigen Updates sind enthalten, und es läuft unter Windows, Mac, Linux und auf Chromebooks, auch ohne Internetverbindung. Exportiert wird als ePub, PDF und Word-Datei. Die Anleitung zu den Schreibzielen beschreibt ein Buchziel mit Gesamtlänge, Termin und Schreibtagen, aus dem Atticus das Tagespensum errechnet, dazu einen Kalender, der erfüllte Tage markiert und die längste Serie anzeigt. Eine deutsche Oberfläche nennt die Herstellerseite nicht.
DramaQueen ist vor allem auf Drehbücher ausgerichtet, eignet sich laut Produktseite aber auch für Romane. Die Fassung FREE ist dauerhaft kostenlos, PLUS kostet 99 Euro und PRO 297 Euro, wie der Hersteller auf seiner Seite „Die Preisfrage“ schreibt. Die Produktseite nennt dieselben Beträge in Dollar. Alle Fassungen exportieren nach Word, ePub, PDF, RTF und Markdown. Einen Fortschrittsmesser und eine Statistik gibt es nur in PLUS und PRO, und Wortziele erwähnt die Produktseite nicht ausdrücklich.
bibisco ist ein Romanprogramm, das besonders viel Platz für Figuren bietet, etwa mit Interviewfragen an jede Figur. Die Community Edition ist kostenlos und läuft unter Windows, Mac und Linux. Wichtig ist der Unterschied zur Supporters Edition, die laut Downloadseite einmalig 69 Dollar kostet und zwei Jahre kostenlose Updates enthält. Laut der Gegenüberstellung der beiden Fassungen gibt es Schreibziele, Zeitleiste, Suchen und Ersetzen sowie den Export nach ePub nur in der Supporters Edition. In der kostenlosen Fassung kannst du diese Funktionen 30 Tage lang ausprobieren. Wer bibisco wegen der Ziele wählt, braucht also die Supporters Edition.
Kostenlose Programme reichen für den Anfang
LibreOffice Writer ist kostenlos und läuft unter Windows, Mac und Linux. Die Wortzahl steht laut LibreOffice-Hilfe dauerhaft in der Statusleiste, und ein Doppelklick darauf öffnet weitere Zahlen. Word-Dateien liest und schreibt es zuverlässig genug für die Abgabe an ein Lektorat. Ziele gibt es keine.
Microsoft Word kannst du im Browser mit einem Microsoft-Konto kostenlos nutzen. Für die Programme auf Windows und Mac brauchst du Microsoft 365 Single für 10 Euro im Monat oder 99 Euro im Jahr, oder du kaufst Office Home 2024 für 149 Euro einmalig (Microsoft). Google Docs ist ebenfalls kostenlos. Die Wortzahl erscheint laut Google-Hilfe erst dauerhaft unten links, wenn du unter „Tools“ die Option „Wortzahl beim Tippen anzeigen“ einschaltest, und Fußnoten zählt Google Docs nicht mit.
Manuskript ist ein freies Programm unter der Lizenz GPL-3 und bringt einen Assistenten für die Schneeflockenmethode mit, bei der du eine Geschichte vom einzelnen Satz bis zur Szenenliste schrittweise ausbaust. Im Ablenkungsfrei-Modus kannst du laut Projektseite ein Ziel in Wörtern oder Minuten setzen, bevor du den Editor wieder verlässt. Die aktuelle Version 0.17.0 erschien im Juni 2025, und auf der Seite der Versionen gibt es dafür Pakete für Windows und Linux, aber keins für den Mac.
yWriter stammt von dem Autor und Programmierer Simon Haynes und ist laut Herstellerseite kostenlos. Es ordnet Kapitel, Szenen, Figuren und Orte. Neben der Windows-Fassung yWriter7 gibt es Fassungen für Mac, Android und iOS, die mobilen Versionen sind aber zum Bearbeiten von Projekten über Dropbox gedacht. Wortziele beschreibt die Herstellerseite nicht.
Was die Programme über fünf Jahre kosten
Ein Einmalpreis und ein Abo lassen sich nur vergleichen, wenn man einen Zeitraum festlegt. Wir haben fünf Jahre gewählt, weil das ungefähr der Zeit für zwei bis drei Romane entspricht und weil sich die Dauerlizenz von Ulysses gegenüber dem Jahresabo genau dann rechnet. Bei Abos ist jeweils die jährliche Zahlung angesetzt, bei Ulysses zusätzlich das Monatsabo.
| Programm | Preismodell | Kosten in fünf Jahren |
|---|---|---|
| LibreOffice, Google Docs, Word im Browser | kostenlos | 0 Euro |
| Manuskript, yWriter, bibisco Community, DramaQueen FREE | kostenlos | 0 Euro |
| bibisco Supporters | einmalig, Updates für zwei Jahre | 69 Dollar |
| Scrivener 3, nur Mac | einmalig | 69,99 Euro |
| DramaQueen PLUS | einmalig | 99 Euro |
| Atticus | einmalig, Updates inklusive | 147 Dollar |
| Office Home 2024 | einmalig | 149 Euro |
| Ulysses | Jahresabo | 199,95 Euro |
| Ulysses | Dauerlizenz | 199,99 Euro |
| Papyrus 12, Education | einmalig | 279 Euro |
| DramaQueen PRO | einmalig | 297 Euro |
| Papyrus 12 | einmalig | 349 Euro |
| Ulysses | Monatsabo | 359,40 Euro |
| Microsoft 365 Single | Jahresabo | 495 Euro |
Am teuersten wird über fünf Jahre Microsoft 365, also ein Büropaket, das du vielleicht ohnehin für Beruf oder Studium bezahlst. In dem Fall kostet dich Word für das Buch nichts zusätzlich. Und Papyrus ist zwar mit 349 Euro der höchste Einmalpreis, liegt über fünf Jahre aber unter Microsoft 365 und nur knapp unter dem Monatsabo von Ulysses.
Bei den Einmalpreisen gibt es eine Einschränkung, die in der Tabelle nicht auftaucht. Ein Einmalkauf gilt für eine Version. Scrivener und Papyrus verlangen für große neue Versionen ein bezahltes Upgrade, bei Papyrus zuletzt 149 Euro. Literature & Latte schreibt, zwischen zwei bezahlten Versionen von Scrivener lägen mehr als zwei Jahre. Bei Atticus sind laut Hersteller alle künftigen Updates inklusive, bei bibisco nur die der ersten zwei Jahre.
Welche Programme dein Wortziel mitverfolgen
Keiner der Vergleiche, die ich vor diesem Artikel gelesen habe, prüft, ob ein Programm dir sagt, wie weit du bist. Bei einem Buch mit Termin ist das aber die Zahl, nach der du jeden Tag schaust. Nach den Herstellerangaben lassen sich die zwölf Programme danach in vier Gruppen einteilen.
Ziel mit Termin und Tagespensum. Scrivener, Ulysses und Atticus rechnen aus Gesamtlänge und Abgabetermin aus, wie viel du an jedem Schreibtag schreiben musst, und berücksichtigen freie Wochentage.
Ziel mit Einschränkung. Papyrus 12 kennt ein Ziel pro Sitzung, Manuskript ein Ziel im Ablenkungsfrei-Modus. bibisco hat Schreibziele, aber nur in der Supporters Edition.
Fortschritt gegen Aufpreis. DramaQueen zeigt Fortschritt und Statistik erst ab PLUS.
Nur Zählung. Word, LibreOffice und Google Docs zählen Wörter, kennen aber kein Ziel. Bei yWriter beschreibt der Hersteller keins.
Für die dritte und vierte Gruppe gibt es einen einfachen Ausweg. Den Termin in ein Tagesziel umzurechnen, erledigt auch unser kostenloser Schreibziel-Rechner, und den Fortschritt kannst du mit einer der Methoden aus dem Vergleich Schreibfortschritt tracken selbst festhalten. Dafür musst du kein Programm wechseln.
Ein Punkt gilt für alle Programme mit eingebauten Zielen. Sie zählen nur, was in ihnen geschrieben wird. Wer eine Szene im Zug auf dem Telefon in Google Docs schreibt und abends in Scrivener weiterarbeitet, hat in keinem der beiden Programme die richtige Tagessumme.
Was mit deinem Manuskript passiert, wenn du wechselst
Ein Buch entsteht über Jahre, und in dieser Zeit wechseln Rechner, Betriebssysteme und manchmal auch die Programme. Patchwork zeigt, dass ein Programm auch einfach aufhören kann, weiterentwickelt zu werden. Deshalb lohnt vor dem Kauf ein Blick darauf, wie dein Text gespeichert wird und wie er wieder herauskommt.
Scrivener speichert ein Projekt laut Wissensdatenbank als Paket, das im Finder wie eine Datei aussieht, in Wirklichkeit aber ein Ordner mit vielen Unterordnern und Dateien ist. Das Format ist zwischen Mac und Windows austauschbar und für Scrivener gebaut, für ein anderes Programm exportierst du das Manuskript also vorher. Papyrus nutzt ebenfalls ein eigenes Projektformat, das sich laut Startseite als ZIP-Datei sichern lässt.
Bei LibreOffice, Word und Google Docs liegt dein Text dagegen in einem Format, das fast jedes andere Programm öffnet. Manuskript speichert laut Projektseite auf GitHub automatisch in einem offenen Textformat, du bist also auch ohne das Programm nicht ausgesperrt.
Unabhängig vom Programm hilft eine Gewohnheit. Exportiere dein Manuskript in regelmäßigen Abständen als Word-Datei oder als reinen Text und lege die Datei außerhalb des Programms ab. Ob Manuskript und yWriter direkt eine Word-Datei erzeugen, beschreiben die Herstellerseiten nicht, alle übrigen Programme im Vergleich können es laut Hersteller. Wenn ein Programm dann eines Tages nicht mehr startet, verlierst du höchstens die Notizen und Karteikarten, aber nicht den Text.
Welche Software zu welchem Vorhaben passt
Aus den Tabellen ergeben sich je nach Vorhaben recht klare Empfehlungen.
Roman mit vielen Kapiteln und Abgabetermin, am Mac oder unter Windows. Scrivener ist die naheliegende Wahl, weil es Struktur, Ziele mit Termin und einen Verlauf für einen einmaligen Preis bietet.
Manuskript für einen deutschen Verlag. Papyrus 12 lohnt sich, wenn du die Duden-Prüfung und den Normseiten-Export wirklich nutzt. Sonst zahlst du viel für Funktionen, die LibreOffice und ein Korrekturprogramm auch leisten.
Nur Apple-Geräte und Schreiben auch unterwegs. Ulysses gleicht über iCloud ab und rechnet Termine in Tagesziele um.
Selfpublishing mit eigenem Buchsatz. Atticus spart dir ein zweites Programm für das Layout, wenn dich die englische Oberfläche nicht stört.
Drehbuch und Roman im selben Programm. DramaQueen ist dafür gebaut, in der kostenlosen Fassung allerdings ohne Fortschrittsanzeige.
Erster Roman ohne Budget. bibisco Community, Manuskript oder LibreOffice reichen völlig. Ob du Autorensoftware brauchst, merkst du, wenn dir die Übersicht fehlt.
Linux. Hier bleiben LibreOffice, bibisco, Manuskript und Atticus, dazu Google Docs und Word im Browser.
Wer mehrere Projekte parallel führt, etwa einen Roman in Scrivener und Kurzgeschichten in Word, bekommt aus keinem der zwölf Programme eine Gesamtzahl. Dafür braucht es einen Schreibtracker, der unabhängig vom Programm mitzählt.
Welches Schreibprogramm ist kostenlos und gut?
Für das reine Schreiben ist LibreOffice Writer das stärkste kostenlose Programm, weil es auf allen Rechnern läuft und Word-Dateien sauber verarbeitet. Wer ein Romanprogramm mit Kapiteln, Szenen und Figurenbögen sucht, findet es kostenlos in bibisco Community oder Manuskript. Ziele und den Export nach ePub hat bibisco aber erst in der Supporters Edition.
Reicht Word, um ein Buch zu schreiben?
Ja, viele Bücher entstehen in Word, und Verlage erwarten ohnehin meist eine Word-Datei. Bei einem langen Roman wird es mühsam, Szenen zu verschieben und den Überblick zu behalten. Dann hilft es, jedes Kapitel als eigene Datei anzulegen oder die Navigationsleiste mit Überschriften zu nutzen.
Was kostet Papyrus Autor heute?
Der Nachfolger heißt Papyrus 12 und kostet laut Hersteller 349 Euro einmalig. Das Upgrade von Papyrus Autor kostet 149 Euro, die Education-Fassung für Schüler, Studierende und Auszubildende 279 Euro. Eine Lizenz gilt für bis zu drei eigene Geräte.
Welche Autorensoftware nutzen die meisten Autorinnen und Autoren?
Belastbare Zahlen dazu haben wir nicht gefunden. Es gibt keine aktuelle, repräsentative Umfrage unter deutschsprachigen Schreibenden, die Programme vergleicht. Für Aussagen wie „die meisten Profis nutzen Scrivener“ nennt keiner der Ratgeber, die wir gelesen haben, eine Quelle.
Gibt es Patchwork noch?
Patchwork wird nicht mehr weiterentwickelt, und der Support ist eingestellt. Gekaufte Versionen laufen weiter, aber niemand behebt mehr Fehler, die etwa nach einem Update von Windows auftreten. Wer Patchwork noch nutzt, sollte seine Texte jetzt als Word-Datei oder RTF exportieren.