Schreib-Apps fürs iPhone: ehrlicher Vergleich

Welche Schreib-App taugt auf dem iPhone für lange Texte? Wir haben neun Apps verglichen, von kostenlos bis 297 Euro in drei Jahren, mit Wortzielen und Sync.
Zwei Hände halten ein iPhone quer, der Daumen der rechten Hand tippt auf die eingeblendete Tastatur, im Hintergrund ist eine dunkle Umgebung unscharf zu sehen
Foto: freestocks auf Unsplash

Für einen langen Text mit Abgabetermin ist Ulysses die beste der neun Schreib-Apps fürs iPhone, die wir verglichen haben, denn nur Ulysses rechnet aus Wortziel und Deadline selbst aus, wie viel du an jedem Tag schreiben musst. Im deutschen App Store kostet das 39,99 Euro im Jahr. Wer lieber einmal zahlt, bekommt mit Scrivener für 24,99 Euro ebenfalls Wortziele, allerdings ohne Tagesrechnung und in einer App, die seit 2023 kein Update mehr bekommen hat. Pages und Google Docs kosten nichts und zählen Wörter zuverlässig, ein Ziel kannst du in beiden aber nicht hinterlegen.

Welche App zu dir passt, entscheidet sich deshalb an drei Fragen. Die erste ist, ob du bis zu einem Termin eine bestimmte Länge erreichen musst. Die zweite ist, ob du am Rechner weiterschreibst und an welchem. Die dritte ist, ob du lieber einmal oder jedes Jahr zahlst. Die beiden Tabellen in diesem Artikel beantworten diese Fragen für alle neun Apps, mit Preisen, die wir am 12. Oktober 2026 im App Store nachgesehen haben.

Die neun Apps auf einen Blick

In den Vergleich kamen neun bekannte Apps, mit denen sich auf dem iPhone auch längere Texte schreiben lassen. Drei davon sind Schreibprogramme für Autorinnen und Autoren, drei sind Büroprogramme und drei sind Notiz-Apps, die auch ein Manuskript aufnehmen. Die Spalte „Ziele“ beschreibt, ob du in der App eine Wortzahl als Ziel hinterlegen kannst, die sie dann mitverfolgt.

Neun Schreib-Apps fürs iPhone, Preise im deutschen App Store und beim Hersteller, nachgesehen am 12. Oktober 2026
AppPreis im App StoreWortzahlZieleSync zwischen GerätenExport nach Wordab iOS
Ulysses5,99 Euro im Monat oder 39,99 Euro im Jahrjaja, mit DeadlineiCloudja26.0
Scrivener24,99 Euro einmaligjaja, Projekt und SitzungDropboxja12.0
iA Writer19,99 Euro einmaligsiehe TextneiniCloudja15.0
Pageskostenlosja, auf Wunsch ständig eingeblendetneiniCloudja26.0
Google Docskostenlosja, über das MenüneinGoogle-Kontoöffnet Word-Dateien17.0
Microsoft Wordkostenlos, voller Umfang mit Microsoft 365janeinOneDriveja18.0
Bearkostenlos, Pro 2,99 Euro im Monat oder 34,99 Euro im Jahrjaneinnur mit Pronur mit Pro15.6
Draftskostenlos, Pro 1,99 Euro im Monat oder 20,49 Euro im Jahrsiehe TextneinApple-Gerätesiehe Text15.6
Obsidiankostenlos, Sync ab 4 Dollar im Monatjaneineigener Dienst, kostenpflichtigsiehe Text15.6

Ziele im engeren Sinn haben nur Ulysses und Scrivener. Die übrigen sieben zeigen dir, wie viele Wörter im Text stehen, aber weder, wie viele noch fehlen, noch, wie viele es heute sein sollten. Für ein Tagebuch oder einen Blogartikel reicht das völlig. Bei einer Bachelorarbeit oder einem Roman mit Abgabetermin fehlt dir damit die Zahl, nach der du jeden Tag schaust.

Die letzte Spalte wird leicht übersehen. Ulysses und Pages verlangen in der aktuellen Version iOS 26, und das läuft laut Apples Kompatibilitätsliste erst ab dem iPhone 11 und dem iPhone SE der zweiten Generation. Auf einem älteren Gerät bleiben dir von den neun Apps sieben.

Wie viel langsamer du auf dem iPhone tippst

Bevor es um die einzelnen Apps geht, lohnt ein Blick auf das Werkzeug darunter, die Bildschirmtastatur. Die größte Messung dazu stammt von Forschenden der Aalto-Universität in Finnland, der Universität Cambridge und der ETH Zürich. Kseniia Palin und ihr Team werteten die Tippproben von 37.370 Freiwilligen aus, die auf ihrem Smartphone jeweils 15 vorgegebene Sätze abtippten. Im Mittel kamen sie auf 36,2 Wörter pro Minute (Palin u. a., MobileHCI 2019). Wer mit beiden Daumen tippte, schaffte 38,0 Wörter, mit einem einzelnen Finger waren es 29,2.

Dieselbe Gruppe hatte zuvor mit demselben Verfahren 168.960 Menschen an einer echten Tastatur gemessen. Dort lag der Mittelwert bei 51,6 Wörtern pro Minute (Dhakal u. a., CHI 2018). Die Autoren beziffern den Abstand zwischen Telefon und Rechner deshalb auf rund 15 Wörter pro Minute.

Umgerechnet auf Schreibmengen ergeben sich aus den beiden Mittelwerten folgende Zeiten.

  • 1.000 Wörter brauchen auf dem iPhone rund 28 Minuten reine Tippzeit, an der Tastatur rund 19 Minuten.

  • Mit einem Finger statt mit zwei Daumen werden aus den 28 Minuten rund 34.

  • Für einen Roman mit 80.000 Wörtern summiert sich der Unterschied auf etwa 37 gegen 26 Stunden, also auf elf Stunden mehr.

Beide Studien haben Grenzen, die für Schreibende wichtig sind. Die Teilnehmenden haben fertige Sätze abgetippt, die Zeit zum Nachdenken über den eigenen Text steckt in den Zahlen also nicht drin. Beim Romanschreiben ist gerade dieser Anteil groß. Außerdem kamen die Freiwilligen über eine Website für Tipptests. Im Schnitt waren sie 24 Jahre alt, zu 65 Prozent Frauen und zu 47 Prozent aus den USA, und die Autoren nennen ihre Stichprobe selbst nicht repräsentativ. Für keine der beiden Arbeiten haben wir einen Hinweis auf eine Rücknahme oder Korrektur gefunden.

Für die Wahl der App folgt daraus zweierlei. Das iPhone eignet sich gut für kurze Sitzungen, für den Absatz in der Bahn oder die Szene, die dir beim Spazierengehen einfällt. Wer dort regelmäßig größere Mengen schreiben will, kommt mit einer Bluetooth-Tastatur näher an die Werte vom Rechner heran. Und weil die meisten Menschen am Ende doch am Rechner weiterschreiben, wiegt die Frage nach dem Abgleich zwischen den Geräten schwerer als jede Funktion, die es nur auf dem Telefon gibt.

Ulysses rechnet als einzige App eine Deadline in ein Tagespensum um

Ulysses legt Ziele auf drei Ebenen an, für ein einzelnes Blatt, für eine Gruppe von Blättern und für ein ganzes Projekt. Als Maß stehen Zeichen, Wörter, Sätze, Absätze, Zeilen, Seiten und die geschätzte Lesezeit zur Wahl. Das Ziel kann ein Mindestwert, ein Höchstwert oder ein ungefährer Wert sein. Schaltest du bei einem Projektziel die Deadline ein, rechnet die App laut Ulysses-Hilfe selbst aus, wie viel du an jedem Tag schreiben musst, um im Plan zu bleiben. Welche Wochentage deine Schreibtage sind, legst du einmal für alle Ziele fest.

Für Gruppen und Projekte führt Ulysses außerdem einen Verlauf. Eine Sitzung beginnt mit dem ersten Tastendruck und endet um Mitternacht, und den ganzen Verlauf kannst du als CSV-Datei exportieren. Damit kommst du an deine eigenen Zahlen heran, wenn du sie in einer Tabelle weiter auswerten willst. Die schwebende Zielanzeige, die man neben den Text ziehen kann, beschreibt die Hilfe nur für den Mac.

Beim Preis weicht Ulysses von den beiden anderen Schreibprogrammen ab, denn es gibt die App nur im Abo oder als Dauerlizenz. Im App Store stehen dafür zwei Einträge, die reine iPhone- und iPad-Fassung „Ulysses Mobile“ und die Ulysses-App für Mac, iPhone und iPad. Die Preise sind folgende.

  • Das Abo kostet 5,99 Euro im Monat oder 39,99 Euro im Jahr, beide mit sieben Tagen kostenloser Testzeit.

  • Studierende und Lehrende zahlen 11,99 Euro für sechs Monate, und das Angebot verlängert sich laut Übersicht der Abo-Optionen nicht automatisch.

  • Die Dauerlizenz kostet 199,99 Euro und steht nur unter den In-App-Käufen des gemeinsamen Eintrags für Mac, iPhone und iPad, bei „Ulysses Mobile“ fehlt sie.

Die Dauerlizenz umfasst laut Ulysses-Hilfe zur Dauerlizenz alle künftigen Updates der aktuellen App und gilt für Mac, iPhone und iPad zusammen. Neue Funktionen auf unbegrenzte Zeit sagt Ulysses ausdrücklich nicht zu. Gegenüber dem Jahresabo rechnet sie sich erst im sechsten Jahr, denn fünf Jahresabos kosten zusammen 199,95 Euro.

Was mit deinen Texten passiert, wenn das Abo ausläuft, beantwortet die Hilfe ebenfalls. Die App wechselt dann in einen Nur-Lesen-Modus, in dem du deine Texte lesen und exportieren, aber weder bearbeiten noch neue anlegen kannst (Ulysses-Hilfe zum Kündigen). Deine Texte bleiben dir also auch ohne Abo zugänglich. Ulysses läuft allerdings nur auf Apple-Geräten, für Windows und Android gibt es keine Fassung.

Scrivener und iA Writer kosten einmal und haben je eine Schwäche

Scrivener ist das Programm, das viele Romanautorinnen am Rechner schon benutzen, und die iPhone-Fassung öffnet dieselben Projekte. Laut App Store setzt du Ziele für Wörter und Zeichen, und die Versionshinweise erwähnen auch Sitzungsziele, also eine Zielmenge für den einzelnen Schreibtag. Fertige Projekte lassen sich zu einem Dokument zusammenführen und nach Word, RTF, PDF, Final Draft oder als reiner Text ausgeben. Den Abgleich mit Mac und Windows erledigt ausschließlich Dropbox, und mit iCloud funktioniert er laut Beschreibung nicht. Die Beschreibung steht übrigens auch im deutschen Store nur auf Englisch.

Die iPhone-Fassung wird allerdings nicht mehr weiterentwickelt, soweit sich das von außen sagen lässt. Ihre neueste Version 1.2.4 stammt vom 29. September 2023 und behob einen Absturz beim Anlegen neuer Karten im Korkbrett. Seitdem ist mehr als drei Jahre lang kein Update erschienen. Die App läuft weiterhin und verlangt nur iOS 12. Wer heute 24,99 Euro ausgibt, kauft trotzdem eine Software, bei der keine Weiterentwicklung zu erkennen ist. In den Bewertungen im App Store betrifft die Kritik vor allem den Abgleich.

iA Writer ist eine schlichte und gepflegte App, deren letzte Version 8.0.9 am 25. September 2026 erschienen ist. Sie exportiert nach Word, PDF und HTML und gleicht über iCloud ab. Ziele kennt sie nicht. Die Hilfe zur iPhone-Fassung beschreibt eine Statistik mit Zeichen, Sätzen, Aufgaben und geschätzter Lesezeit für das ganze Dokument oder die Auswahl. Eine Wortzahl nennt die Seite nicht ausdrücklich, sie empfiehlt die Statistik aber Leuten, die pro Wort bezahlt werden. Eine Zielvorgabe oder einen Verlauf über mehrere Tage beschreibt sie nicht.

Beim Preis ist mir bei iA Writer eine Unstimmigkeit aufgefallen. Der App Store verlangt am 12. Oktober 2026 für iPhone und iPad 19,99 Euro, im US-Store 19,99 Dollar. Auf der Preisseite des Herstellers stehen für dieselbe Fassung 49,99 Dollar als Einmalzahlung. Ob der niedrigere Preis ein befristetes Angebot ist, sagt keine der beiden Seiten. Schau deshalb vor dem Kauf in den Store. Außerdem verkauft iA Writer jede Plattform einzeln, und die Mac-Fassung kostet laut Hersteller weitere 49,99 Dollar.

Pages, Google Docs und Word kosten nichts oder sind schon bezahlt

Pages ist auf jedem iPhone kostenlos. Die Wortzahl lässt sich unten auf dem Bildschirm einblenden und bleibt dort, bis du sie wieder ausschaltest. Tippst du darauf, siehst du außerdem die Zeichen mit und ohne Leerzeichen, die Absätze und die Seiten, und bei markiertem Text gelten die Zahlen nur für die Auswahl (Apple-Support). Die Zeichen mit Leerzeichen sind genau die Zahl, die du für eine Normseite brauchst. Für Abschlussarbeiten und Manuskripte, deren Umfang in Zeichen oder Normseiten vorgegeben ist, bringt Pages damit alles mit.

Seit Anfang 2026 stehen bei Pages im App Store In-App-Käufe für 12,99 Euro im Monat oder 129 Euro im Jahr. Dahinter steckt Apples Abo Creator Studio, das Premium-Vorlagen, eine Sammlung lizenzfreier Fotos und Grafiken und KI-Funktionen für Bilder hinzufügt. Zum Schreiben brauchst du es nicht, denn laut Apple bleiben Pages, Keynote, Numbers und Freeform für alle kostenlos.

Google Docs ist ebenfalls kostenlos, lässt sich offline bearbeiten und öffnet Word-Dateien direkt. Die Wortzahl rufst du über das Menü mit den drei Punkten und den Eintrag „Wörter zählen“ auf. Eine Anzeige, die beim Schreiben stehen bleibt, beschreibt die Google-Hilfe für das iPhone nicht. Gezählt wird das ganze Dokument ohne Kopfzeilen, Fußzeilen und Fußnoten. Wenn deine Prüfungsordnung Fußnoten mitzählt, musst du sie also selbst dazurechnen.

Microsoft Word lädst du kostenlos, den vollen Funktionsumfang schaltet aber erst ein Microsoft-365-Abo frei. Das kostet laut Microsoft als Single-Tarif 10 Euro im Monat oder 99 Euro im Jahr, im App Store heißt derselbe Tarif „Personal“. Wer Word ohnehin für Studium oder Beruf bezahlt, hat auf dem iPhone keine zusätzlichen Kosten. Für eine Schreib-App allein ist das der teuerste Weg im Vergleich. Dass Word auf dem iPhone Wörter zählt, bestätigt Microsofts Funktionsübersicht für das iPhone. Wo genau die Zählung im Menü sitzt, beschreibt Microsoft aber nur für Windows, Mac und Web.

Bear, Drafts und Obsidian sind Notiz-Apps mit Platz für Manuskripte

Bear zeigt in einem Infofeld die Wörter, Zeichen und Absätze sowie die geschätzte Lesezeit der Notiz an (Bear-Hilfe). Die kostenlose Fassung reicht zum Schreiben auf einem einzigen Gerät. Für den Abgleich zwischen iPhone, iPad und Mac brauchst du Bear Pro, das im App Store 2,99 Euro im Monat oder 34,99 Euro im Jahr kostet. Auch der Export nach Word, PDF und ePub gehört laut Bear-Hilfe zum Export zu Pro. Kostenlos exportierst du als Markdown, reinen Text oder Rich Text.

Drafts versteht sich als Eingangskorb. Du tippst einen Gedanken sofort ein und schickst ihn später an andere Apps weiter. Die Beschreibung im App Store verspricht einen schnellen Abgleich zwischen iPhone, iPad, Mac und Apple Watch, nennt aber weder eine Wortzählung noch einen Export nach Word. Stattdessen ist von Kopieren, Teilen und Weitersenden an Dienste wie Dropbox die Rede. Für Leserinnen und Leser hier zählt außerdem die Sprache, denn Drafts gibt es laut App Store nur auf Englisch. Pro kostet 1,99 Euro im Monat oder 20,49 Euro im Jahr.

Obsidian ist laut Preisseite ohne Einschränkung und ohne Anmeldung kostenlos und speichert Notizen als einfache Textdateien. Eine mitgelieferte Erweiterung zählt die Wörter und Zeichen der geöffneten Notiz, und auf dem Telefon steht die Zahl laut Obsidian-Hilfe oben in der rechten Seitenleiste. Für den eigenen Abgleichdienst verlangt Obsidian 4 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung oder 5 Dollar bei monatlicher. Ziele und einen Export nach Word gibt es nur über Erweiterungen von Dritten, die wir für diesen Vergleich nicht geprüft haben.

Was die Apps über drei Jahre kosten

Ein Monatspreis sagt wenig, solange du nicht weißt, wie lange du schreibst. Die Tabelle rechnet deshalb alle Preise auf drei Jahre hoch, also ungefähr auf die Zeit für einen Roman oder für Bachelor- und Masterarbeit zusammen. Bei Abos ist jeweils die jährliche Zahlung angesetzt, weil sie überall günstiger ist als die monatliche.

Kosten über 36 Monate, Preise vom 12. Oktober 2026, ohne künftige Preiserhöhungen
AppPreismodellKosten in drei Jahren
Pages, Google Docskostenlos0 Euro
Obsidian ohne Synckostenlos0 Euro
iA WriterEinmalkauf, aktueller Store-Preis19,99 Euro
ScrivenerEinmalkauf24,99 Euro
Drafts ProJahresabo61,47 Euro
UlyssesStudierendenangebot, sechsmal71,94 Euro
Bear ProJahresabo104,97 Euro
UlyssesJahresabo119,97 Euro
Obsidian mit SyncJahresabo in Dollar144 Dollar
UlyssesDauerlizenz199,99 Euro
UlyssesMonatsabo215,64 Euro
Microsoft WordMicrosoft 365 Single, Jahresabo297 Euro

Die Spanne reicht von null bis knapp 300 Euro, und die teuerste Zeile ist ausgerechnet ein Büroprogramm, das du auf dem iPhone vielleicht nur nebenbei nutzt. Zwischen dem günstigsten Weg mit Zielen, Scrivener für 24,99 Euro, und Ulysses im Jahresabo liegen in drei Jahren knapp 95 Euro. Ob dir die Deadline-Rechnung und eine App, die weiter gepflegt wird, das wert sind, kannst nur du entscheiden. Wer studiert, zahlt mit dem Studierendenangebot von Ulysses in drei Jahren rund 72 statt 120 Euro.

Welche App zu welchem Vorhaben passt

Aus den beiden Tabellen ergeben sich je nach Vorhaben recht klare Empfehlungen.

  1. Roman oder Sachbuch mit Abgabetermin, nur auf Apple-Geräten. Hier ist Ulysses die naheliegende Wahl, weil es die Deadline in ein Tagespensum übersetzt und den Verlauf exportiert.

  2. Roman, den du am Windows-Rechner in Scrivener schreibst. Die iPhone-Fassung von Scrivener öffnet dieselben Projekte. Rechne aber mit Dropbox und ohne Updates.

  3. Abschlussarbeit mit Vorgabe in Zeichen oder Normseiten. Pages zeigt Zeichen mit und ohne Leerzeichen an und kostet nichts. Wenn deine Hochschule eine Word-Datei verlangt, exportierst du am Ende.

  4. Gemeinsamer Text mit Betreuerin oder Koautor. In Google Docs können alle Beteiligten ohne Kauf mitlesen und kommentieren.

  5. Blogartikel, Newsletter und kurze Texte. iA Writer passt, wenn du einmal zahlen willst, Bear, wenn du deine Notizen ohnehin dort sammelst.

  6. Ideen unterwegs festhalten. Drafts ist dafür gebaut, sofern dich die englische Oberfläche nicht stört. Obsidian ist die Alternative, wenn du deine Texte als einfache Dateien behalten willst.

Wer zwischen Mac und iPhone wechselt, sollte außerdem prüfen, was die App auf dem zweiten Gerät kostet. Bei iA Writer zahlst du für den Mac noch einmal, bei Ulysses ist er im Abo enthalten, und Pages ist auf beiden Geräten kostenlos. Wie du aus der Vorgabe deiner Hochschule ein Tagespensum machst, steht im Artikel Bachelorarbeit: Vom Zeitplan zum Tagespensum.

Wann die Wahl der App kaum etwas ändert

Eine Schreib-App beantwortet die Frage, wo der Text entsteht. Ob er rechtzeitig fertig wird, hängt daran, ob du dein Pensum kennst und merkst, wenn du davon abweichst. Wie viele Wörter am Tag realistisch sind, steht im Artikel Wie viele Wörter am Tag sind realistisch?. Aus einer Deadline ein Tagesziel zu machen, erledigt auch der kostenlose Schreibziel-Rechner in wenigen Sekunden, und dafür brauchst du kein Ulysses-Abo.

Wenn du ohnehin am Rechner schreibst und das iPhone nur für Notizen nutzt, ist die Auswahl fast gleichgültig. Dann kommt es vor allem darauf an, dass die Notizen dort ankommen, wo der eigentliche Text liegt. Wer mehrere Projekte in verschiedenen Apps führt, etwa eine Hausarbeit in Word und einen Roman in Scrivener, bekommt aus keiner der neun Apps eine Gesamtzahl. Dafür braucht es einen Schreibtracker, der unabhängig von der App mitzählt, oder eine der Methoden aus dem Vergleich Schreibfortschritt tracken.

Kann ich auf dem iPhone ein ganzes Buch schreiben?

Technisch ja, alle neun Apps nehmen Texte in Romanlänge auf. Praktisch kostet die Bildschirmtastatur Zeit, nach den Messungen oben etwa elf Stunden reine Tippzeit mehr für 80.000 Wörter. Die meisten nutzen das iPhone deshalb für einzelne Sitzungen und schreiben am Rechner weiter, oder sie koppeln eine Bluetooth-Tastatur.

Welche App zählt Zeichen für Normseiten?

Pages zeigt Zeichen mit und ohne Leerzeichen an, sobald du die Wortzahl einblendest und darauf tippst. Google Docs liefert dieselben Werte auf Abruf über das Menü, und Ulysses kann Zeichen sogar als Ziel verwenden. Wie du aus der Zeichenzahl Normseiten berechnest, erklärt der Artikel zur Normseite.

Was passiert mit meinen Texten, wenn ich ein Abo beende?

Bei Ulysses wechselt die App in einen Nur-Lesen-Modus, du kannst deine Texte also weiter lesen und exportieren. Bei Bear verlierst du den Abgleich und die Exporte nach Word und PDF, die Notizen bleiben auf dem Gerät. Exportiere vor dem Kündigen trotzdem einmal alles, damit du eine Kopie außerhalb der App hast.

Gibt es Ulysses auch für Android oder Windows?

Nein. Ulysses läuft laut Hersteller nur auf Mac, iPad und iPhone. Wer auch unter Windows schreibt, findet unter den neun Apps Scrivener, Word, Google Docs und Obsidian, die es dort ebenfalls gibt.

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